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Keimfutter

Gleich vorweg: Keimfutter ist unter Papageienhaltern umstritten. Zum einen wird erklärt, daß Keimfutter keineswegs dem Entwicklungsstadium der halbreifen Samen entspricht, die natürlicherweise aufgenommen werden. Zum andern wird immer wieder das Problem der Verpilzung aufgezeigt.

Vorteile und Nachteile von Keimfutter

Dier hier aufgezeigten Einwände haben ihre Berechtigung:

Aus Samen keimende Sprossen befinden sich auf einer vollkommen anderen Entwicklungsstufe als kurz vor der Reife stehende Samen. Gequollene oder junge Pflänzchen enthalten daher ganz andere, aber ebenfalls wertvolle Inhaltsstoffe. Man muß sich nur im klaren sein, daß das eine das andere nicht ersetzen kann.

Der oftmals viel häufiger gebrachte Einwand, daß Keimfutter nur allzuoft schimmelt und daher gerade für Papageienvögel eine besondere Gefahr darstellt, ist ebenfalls berechtigt: Alle Papageien und Sittiche reagieren äußerst empfindlich gegenüber Schimmelpilzen, da sie hierfür keine eigenen Abwehrmechanismen besitzen.

Des weiteren habe ich die Erfahrung gemacht, daß Keimfutter vor allem weibliche Wellensittiche enorm in Brutstimmung bringen kann, was oftmals unerwünscht ist.

So wertvoll Keimfutter als Ergänzungsfutter auch sein mag - wer immer sich unsicher fühlt bezüglich der hauseigenen Herstellung, dem sei besser geraten, die Finger davon zu lassen.

Ein großer Vorteil von Keimfutter ist, daß es nicht, wie trockenes Futter, erst im Kropf quellen muß, da die zusätzliche Wasseraufnahme nicht notwendig ist. Dies hat im Wesentlichen zwei Effekte:
Die Vögel überfressen sich nicht so leicht, da Keimfutter durch den Wassergehalt den Kropf schneller füllt als Trockenfutter. Besonders positiv wirkte sich dies bei einem Wellensittich mit Kropferweiterung aus.
Zum anderen konnte ich beobachten, daß die Vögel auch langsamer fressen, weil Keimfutter inklusive ihrer Keimlinge "komplizierter" aufzunehmen ist, als einfache runde harte Körner.

Wer diese Vorteile nutzen und selbst Keimfutter zubereiten will, dem möchte ich meine Anleitung zum Selbermachen anbieten.

Die Herstellung von Keimfutter

Folgende Mischung verwendete ich zur Herstellung von Keimfutter:
Zwei Viertel Körnerfutter,
ein Viertel Kolbenhirse,
ein Viertel Wilkrautsamen.

Diese Mischung wird in Wasser eingeweicht.

Die Mischung: herkömmliche Körnermischung, Kolbenhirse und Wildsaaten.    Saaten mit Wasser bedecken.

Die nasse Samenmischung wird zugedeckt stehen gelassen. Ich verwende dazu kleinere Tupperware-Dosen mit Deckel.

Morgens und abends wird das Futter gut durchgespült, bei warmer Witterung auch mittags. Nach jeder Spülung wird das Futter wieder in den Behältern aufgebreitet und zugedeckt.

Tupperware-Dosen sind geeignete Behälter.    Vom Behälter ins Sieb...

Es ist ständig zu kontrollieren, ob sich Schimmelkeime gebildet haben. In diesem Fall ist das Futter sofort wegzuwerfen.
Normalerweise genügen 36 Stunden Keimung, bei sehr warmer Witterung kann das Futter auch früher verfüttert werden.
Vor der Fütterung empfielt es sich, die gekeimten Körner in einem Geschirrtuch trockenzurubbeln.

... zweimal täglich gut spülen!     Fertig! Vor dem Verfüttern gut abtrocknen.

Dieses Rezept ist selbstverständlich nicht alleingültig und kann vielfach abgewandelt werden. Manche lassen die Samen nur 24 Stunden keimen, andere dagegen drei Tage. Auch die Zusammensetzung der Futtermischung kann man ändern.

Weitere wertvolle Tipps und Hinweise für Keimfutter sind auf Birds Online zu finden. Ein ähnliches und sehr ausführliches Rezept für Prachtfinkenfutter hat Dirk Kuypers entworfen.

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