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| Sanfte Gewalt Immer wieder erreichten mich Anfragen, was denn mit "sanfter Gewalt" gemeint sei. Daher möchte ich hier etwas ausführlicher berichten, wie ich meine Geier zum Fliegen brachte. Das Öffnen der Türen Meine Vögel zum Fliegen zu animieren, war ein langwieriges Unterfangen, denn sie lebten lange Zeit in einer jener sog. Zimmervolieren, in welchen richtiges Fliegen natürlich nicht möglich ist. Als ich schließlich die Türen öffnete, geschah ... nichts. Die offenen Türen wurden ignoriert - und überhaupt: was gab es draussen denn schon interessantes? Mit etwas schlechtem Gewissen begann ich eines Tages, die Vögel mit der Hand Richtung Türchen zu dirigieren. Diejenigen, die früher an Freiflug gewohnt waren, fanden die Ausgänge, die anderen nicht. Das ging schließlich so weit, daß ich die Faulpelze herausfangen mußte! Das Schließen der Türen So weit so gut - die Vögel waren also draussen. Sobald sie gelernt hatten, wo sich die Käfigtürchen befanden, war jedoch Schluß damit: Ich dirigierte sie morgens hinaus, nur um alle achte innerhalb von zehn Minuten wieder im Käfig zu finden! Also war es nun an der Zeit, die sanfte Gewalt einzusetzen.
Man nähere sich den Vögeln und scheuche sie auf. Der Erfolg
war unbeschreiblich: fast alle Dickerchen strandeten - am Boden, auf
der Couch, am Fensterbrett... Neue Angewohnheiten Nach einiger Zeit - die Vögel mochten das Herumgescheuche natürlich nicht - wurden andere Sitzplätze als das Käfigdach auserkoren - Plätze, die ich nicht mehr so einfach erreichen konnte. Ich setzte das "Training" mit einer Schaumstoffrolle fort. Es ist unbedingt darauf zu achten,
die Vögel nicht zu überfordern. Vor allem zu fette Vögel
können leicht einen Kollaps bekommen oder durch Aufregung erbrechen. Eine Alternative Training per Scheuchen mag vielen widerstreben, man kommt aber kaum daran vorbei, wenn man keine andere Motivation für's Fliegen schafft. Ich ging eines Tages dazu über, das Futter morgens ausschließlich außerhalb des Käfigs anzubieten, anfangs noch in der Nähe, dann immer ein Stückchen weiter entfernt. Man kann beispielsweise den bekannten Futternapf zunächst auf das Käfigdach stellen, anschließend etwa auf ein höheres Tischchen, welches neben dem Käfig steht. Schließlich rückt man das Tischchen immer weiter weg. Mein Ziel war es, die Vögel am Boden zu füttern. Dort fliegen sie nicht aus Langeweile hin, sondern nur, wenn sie wirklich fressen möchten. |
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